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Weltweit – Kiribati – ein Paradies wird infiziert

Was machen die Herz-Jesu-Missionare in der ganzen Welt eigentlich so? Da uns unser Gründer, P. Jules Chevalier, mitgegeben hat, dass es nicht wichtig ist, was wir tun, sondern wie wir es tun, gibt es da eine große Vielfalt, die sich immer an den Nöten vor Ort orientiert. Da es vielen Ländern und damit auch den lokalen MSC-Provinzen schlicht an finanziellen Möglichkeiten mangelt, werden viele der Projekte dort durch Spenden und Zuwendungen durch Provinzen, respektive Menschen aus reicheren Ländern unterstützt und manchmal erst ermöglicht. Da greift ein Glied ins andere. In unregelmäßigen Abständen möchten wir Ihnen einige der weltweiten MSC-Projekte vorstellen. Heute:

Kiribati – ein Paradies wird infiziert

Kiribati – was? wer? wo?
Kiribati, mit ca 100 000 Einwohner, war früher Bestandteil der britischen Gilbert- und Elliceinseln und ist seit 1979 unabhängig. Es setzt sich aus vielen Inseln nördlich und südlich des Äquators zusammen, darunter das bekannteste Atoll Kiritimati (Weihnachtsinsel), das jedes Jahr als erstes auf der Welt Neujahr feiern kann. Es dauert etwas, bis man es von hier aus erreicht: ca. 30h bis Fiji, dann noch einmal 3h bis Kiribati International Airport und da Paddeln einfach zu lange dauert natürlich mit dem Flieger. Womit wir schon beim Problem wären:

Nachdem Kiribati im März 2020 seine Grenzen geschlossen und den internationalen Reiseverkehr damit ausgeschlossen hatte, blieb es abgesehen von zwei Fällen (Mai 2021), die sofort in Quarantäne kamen, infektionsfrei. Bis – ja bis das erste Flugzeug wieder kam. Im Januar 2022 war es so weit. An Bord waren 54 Personen, die alle geimpft und vor Abflug negativ getestet waren, die Testung nach der Landung ergab trotzdem 36 Infizierte. Trotz sofortigen Lockdowns zählte man Ende Februar bereits 2900 Infizierte.

das ist kein Horten, das ist für alle

Wie ein Lockdown auf Inseln aussieht, auf der auch zu normalen Zeiten alles außer Fisch, Reis und Kokosprodukten eingeführt werden muss, kann man sich nur bedingt vorstellen. Zum Horten (Klopapier, Speiseöl, Nudeln….) gibt es da schon mal keine Möglichkeit.

 

Natürlich gibt es auch in Kiribati viele Menschen, die ihre Versorgung allein nicht leisten können. Aber Gott sei Dank gibt es auch viele, die gerne helfen, u.a. auch die MSC-Mitbrüder und die MSC-Pfarreien (z.B. Fr. Martin Everi MSC, von dem die Bilder stammen).

Vorher

Nachher

 

Leider ist das nicht Kiribatis einziges Problem, nicht einmal sein größtes. Kiribati ist in besonderem Maße vom Klimawandel bedroht. Nach Berechnungen der Weltbank könnte der Inselstaat im Jahr 2050 größtenteils nicht mehr bewohnbar und spätestens 2070 überschwemmt sein. Da ist selbst eine Pandemie das kleinere Übel. Wenn sich beim Klima nicht sehr rasch sehr viel ändert, wird vom Paradies nur noch die ein oder andere Palme zu sehen sein. Auch schön, aber sicher nicht der Plan Gottes bei der Schöpfung. Er sah, dass alles gut war. Das galt auch für Kiribati. Nicht nur für seine Palmen.

(Quelle: Irische Provinz der MSC)

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