Weltweit
Was machen die Herz-Jesu-Missionare in der ganzen Welt eigentlich so? Da uns unser Gründer, P. Jules Chevalier, mitgegeben hat, dass es nicht wichtig ist, was wir tun, sondern wie wir es tun, gibt es da eine große Vielfalt, die sich immer an den Nöten vor Ort orientiert. Da es vielen Ländern und damit auch den lokalen MSC-Provinzen schlicht an finanziellen Möglichkeiten mangelt, werden viele der Projekte dort durch Spenden und Zuwendungen durch Provinzen, respektive Menschen aus reicheren Ländern unterstützt und manchmal erst ermöglicht. Da greift ein Glied ins andere. In unregelmäßigen Abständen möchten wir Ihnen einige der weltweiten MSC-Projekte vorstellen. Heute:
Herz-Jesu-Missionare im Dienst indigener Gemeinden im ländlichen Ecuador
In der Provinz Chimborazo in Ecuador betreuen zwei MSC-Priester, P. Marcelo Campoverde und P. Jose Baak, indigene Familien und Gemeinden in zwei weitläufigen Missionsgebieten. Dazu gehören über 13.500 Menschen in 22 Gemeinden der Pfarrei San Francisco de Asís, sowie fast 18.000 Menschen in 29 Gemeinden der Pfarrei San Juan Evangelista. Summa summarum: 51 Pfarreien. Da kann man mal berechtigt von Priestermangel sprechen!

Die MSC sind seit 1998, in der Region tätig. Die Herausforderungen sind vielfältig: Aufgrund der Armut ist Unterernährung weit verbreitet, v.a. bei Kindern, Bildungschancen und Beschäftigungsaussichten sind schlecht, nicht zuletzt aufgrund rauer Wetterbedingungen in dem unwegsamen Wüstengelände. Dass viele Gemeinden weit entfernt vom Zentralort liegen (bis zu 2h mit dem Auto), macht Transporte maximal problematisch, damit natürlich auch die medizinische Versorgung der Menschen.



Da es abgesehen von wenigen Ländern in Europa im Rest der Welt keine Kirchensteuern oder fixen Kirchenbeiträge gibt, leben die Priester hier im Wesentlichen von den Kollekten: ungefähr 35 Euro/Monat. Da ist es echt hilfreich, zu einer Gemeinschaft zu gehören, die ihre Einnahmen teilt, seien sie aus Spenden, Kollekten oder schlichter Arbeit neben dem priesterlichen Dienst. Jeder, was er beitragen kann.

„Die meisten Menschen der Gemeinden gehören der indigenen Kultur der Mestizen an und sprechen die Sprache Kichwa (Ketschua). Auch ich bin indigener Herkunft und habe in meiner Kindheit und Jugend sehr gelitten. An der Universität wurde ich diskriminiert. Mehrmals wurde mir gesagt, ich sei nicht zum Studieren geeignet, ich sei nur dazu tauglich, Schweine zu hüten, und ich solle meine Zeit nicht dort verschwenden, wo ich nicht hingehöre. Ich bin meiner Kongregation der MSC sehr dankbar für die Möglichkeit zur Ausbildung, die sie mir gegeben hat, und damit auch selbst voranzukommen und meine Gaben entwickeln zu können. Hier in dieser zwar armen, aber schönen Mission unter den Indigenen Ecuadors, habe ich nun die Möglichkeit, ein bisschen davon zurückgegeben zu können.“

