Wer die Bilder der Fußball-WM in den USA im Kopf hat, erinnert sich vielleicht an die Spiele der Mannschaft aus Haiti und an ihre Fans. Lebensfreude pur! Vielleicht ist der nächste Gedanke schon, so schlecht kann es den Haitianern nicht gehen, wenn sie sich das leisten können – und noch dazu so fröhlich sein können.
Des Rätsels Lösung: Praktisch alle, die auf den Bildern zu sehen waren, leben seit Jahren in den USA, Haitianer von der Insel bekommen keine Einreisegenehmigungen mehr – bis auf einen: einer der Spieler lebt in Haiti, spielt dort in einem Verein und bekam ein Visum als Teil der Mannschaft.
Für den Rest, v.a. den armen Rest gibt es keine Alternative, als zu bleiben. Für unsere Mitbrüder im dortigen Ausbildungshaus wäre ein Gehen keine Alternative. Sie bleiben bei den Menschen, die in Not sind, der Gefahr ausgesetzt. Die ist nicht immer gezielt, mitunter ist man nur zur falschen Zeit am falschen Ort und wird von einer verirrten Kugel getroffen. Wie einer unserer jungen Postulanten (Anwärter für den Eintritt in die Gemeinschaft):


Er war über die Karwoche und Ostern bei seiner Familie zu Besuch und wurde auf dem Rückweg durch einen Schuss am rechten Arm verletzt. Da die Kugel im Knochen festsaß konnte sie nicht sofort entfernt werden, weshalb er mit ihr nach 8 Tagen aus dem Krankenhaus entlassen wurde. In unserem Haus wird er nun medikamentös behandelt, um die Schwellung zu reduzieren und eine spätere Operation zu ermöglichen. Dazu wünschen wir ihm Gottes Segen – und einen kompetenten Operateur. Und allen Haitianern, dass die Gewalt und das Schießen enden.
